Für sich selber sorgen

Sich Zeit zu nehmen für die eigenen Bedürfnisse und Interessen oder einfach um durchzuschnaufen, fällt vielen schwer, wenn ein Familienmitglied krebskrank ist.

Erst einmal scheint es abwegig und unpassend, sich selbst etwas Gutes zu tun, wenn es einem nahestehenden Menschen schlecht geht. Damit schaden wir uns und indirekt auch denen, den wir helfen wollen. Denn: Wer seine Akkus nicht wieder auflädt, ist irgendwann nicht mehr in der Lage dem Kranken zu helfen oder erkrankt selbst.

Mein Hobby Lesen habe ich der Krankheit gewidmet und alles verschlungen, was ich zum Thema Krebs finden konnte. Um etwas für mich zu tun, habe ich Cellounterricht genommen, bin aufs Trampolin gegangen (damit ich in Reichweite war) oder habe gelegentlich eine Entspannungs-CD gehört. Das war anscheinend nicht ausreichend.

Ich bekam Verspannungen. Man ahnt ja gar nicht, was sich im Körper alles verspannen und verhärten kann… Damit es nicht zu psychosomatischen Erkrankungen kommt, rate ich Betroffenen, sich Auszeiten zu nehmen. Wenn Geist und Körper entspannen und neue Impulse bekommen, kann man wieder Kraft schöpfen. Autogenes Training, Entspannungsübungen, Yoga, Massagen oder Sport können dabei helfen Stress abzubauen und sich zu entspannen. Auch ein täglicher Spaziergang im Wald, Park oder um den Block tut gut.

Schon das Ritual in Ruhe eine Tasse Tee oder Kaffee zu trinken und dabei an nichts anderes zu denken, ist eine Möglichkeit, sich für ein paar Minuten aus dem Alltag auszuklinken und zu sich selbst zu kommen. Auch ein Bad in der Wanne oder die Lesestunde vor dem Schlafengehen können kleine Ruheinseln sein. Wer Hobbys oder regelmäßige Termine wie Sport- und Sprachkurse hat oder Vereine besucht, sollte möglichst dranbleiben und jede Auszeit für sich nutzen.

Ich fand das damals schwierig. Wenn es meinen Mann nicht gut ging, schien es mir unfair ihm gegenüber, mich mit anderen zu treffen. Beschäftigungen wie Shoppen oder Kaffeeklatsch kamen mir banal und überflüssig vor. Und wenn er fit war, verbrachte ich meine Zeit lieber mit ihm und der Familie. Jeder Tag war kostbar.

Auch der Schlaf leidet unter der Situation. Nächtelanges Problemewälzen und Angst vor Nebenwirkungen von Chemos und Bestrahlungen, raubten mir oft den Schlaf. Dann ist es gut, jede Gelegenheit für ein Nickerchen zu nutzen, damit es nicht zu großen Schlafdefiziten kommt.

Foto: pixabay

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