Das Umfeld

Manchen fällt es schwer, anderen ihre Krebserkrankung oder die eines Familienmitglieds mitzuteilen. Aus Angst vor der Reaktion. Weil man nicht bemitleidet werden will, Sorge hat, gemieden zu werden. Oder weil man denkt, dass es niemanden etwas angeht. Jeder muss für sich selbst herausfinden, welcher Weg der beste für ihn ist.

Wir haben uns dazu entschieden, offen mit der Krebserkrankung meines Mannes umzugehen. Allerdings gab es eine Ausnahme: Als mein Mann für längere Zeit rezidivfrei war, wollte er nicht, dass wir bei einem Schulwechsel unseres Sohnes seine Erkrankung kommunizieren. Das habe ich akzeptiert.

Es hat vieles erleichtert, dass Bekannte, Freunde, Kollegen, Nachbarn, Verwandte usw. nach der Diagnose Bescheid wussten. Wir waren nicht alleine mit dem Krebs. Und es hat gutgetan, darüber zu sprechen und sich nicht verstellen zu müssen. Wir mussten nicht groß erklären, wenn wir Einladungen ausschlugen oder nicht an Unternehmungen teilnehmen konnten. Die Bitte, uns nicht mit Samthandschuhen anzufassen, ist allerdings nur selten erhört worden. Uns sind Entscheidungen abgenommen worden, die wir lieber selber getroffen hätten. Leider ist eine Freundschaft auf der Strecke geblieben…

Manchmal sind mir die Sorge und das Interesse anderer zuviel geworden. Ich musste lernen, Grenzen zu setzen und beispielsweise deutlich machen, dass ich nicht ständig über die Krebserkrankung sprechen möchte. Am besten finde ich es, wenn man gefragt wird, ob man darüber reden möchte. Wenn das nicht geschieht, sollte man selbst agieren.

Unsere Arbeitgeber haben viel Verständnis gezeigt und waren sehr flexibel. So konnten wir beide weiter arbeiten gehen, wenn es der Gesundheitszustand zuließ. Die Angst, deshalb den Arbeitsplatz zu verlieren, blieb uns erspart. Uns beiden haben die Fürsorge und die Botschaft gebraucht zu werden Kraft gegeben.

Foto: pixabay

 

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